Wo Deutschland noch zu weiß ist…

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Unter der für uns ungeheuerlichen und rassistischen Überschrift  „Wo Deutschland noch zu weiß ist“  erläutert der Tagesspiegel am 12.08.2018 die Defizite der deutschen Integrationspolitik.

Wie zu erwarten sind die schon länger hier lebenden mit ihrem scheinbar angeborenen Rassismus schuld an der mangelnden Teilhabe im öffentlichen Raum.  Probleme der Integration, welche mit den einwandernden Kulturen, Bildungsständen und Lebensauffassungen zu tun haben werden dagegen nicht gesehen.

Zunächst erfährt man im Tagesspiegel statistisches:

„19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, vom Säugling bis zur Greisin, leben inzwischen in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt beinahe ein Viertel, nämlich 23,6 Prozent. … Mehr als die Hälfte der „Migranten“ hat den deutschen Pass“ (1)

In einer Art mathematischem Monopoly werden hier statistische Werte herangezogen, um eine angebliche Diskriminierung der Migranten, insbesondere auch der Frauen, nachzuweisen.

 „So hatten in Schleswig-Holstein nur 3,5 Prozent der neu eingestellten Polizistinnen einen Migrationshintergrund, bei einem Bevölkerungsanteil von gut 13 Prozent.“

Dem Redakteur des Tagesspiegel, dem Rechercheteam oder wer auch immer für die Verbreitung dieser Weisheiten zuständig ist sei gesagt, das selbst Mathematik nicht zu richtigen Lösungen kommt, wenn man die falschen Parameter an den Anfang setzt.

Denn selbstverständlich können selbst Migrantinnen nur Polizistinnen werden, wenn sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen – dies trifft nach eigener Aussage weiter oben aber nur für die Hälfte der Migrantinnen zu.  Die richtige Vergleichsgröße ist also nicht die Gesamtanzahl mit Migrationshintergrund, sondern die Teilmenge derer, die die Voraussetzungen für eine Beamteneinstellung überhaupt erfüllen.

So beträgt also der Anteil überhaupt verbeamtungsfähiger Migrantinnen  nicht 13% an der Gesamtbevölkerung, sondern nur 7,5 %.

Mit geringem Rechercheaufwand hätte das Team des Tagesspiegel auch erkannt, was das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf seiner Internetpräsenz offenbart:

Zuwanderer und ihre Nachkommen nehmen insgesamt in geringerem Maße am deutschen Arbeitsmarkt als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund teil. Dies zeigt ein Blick auf die Erwerbs- bzw. auf die Erwerbstätigenquote. Besonders Frauen sind hier betroffen. (2)

Diese geringe Teilnahme am Erwerbsleben resultiert aus einem anderen Verständnis von Ehe, Beruf und Stellung der Frau in der Familie. Den „weißen“ Deutschen hierfür verantwortlich zu machen ist Teil der Strategie, die Rassismusdebatte am Leben zu erhalten.

Wir stellen jedoch fest, das auch Rassismus gegen Weiße Rassismus ist.

Setzt sich die Denkweise durch, das allein der Bevölkerungsanteil bestimmter Personengruppen und nicht deren bereitwillige Anteilnahme am Erwerbsleben als Einstellungskriterium gilt werden durch eine geforderte Quote Migranten bei der Einstellung bevorteilt.

Genau dies ist das Ziel der Integrationsgesetze, die wir an dieser Stelle schon mehrfach betrachtet haben.

Eine Einstellung in Behörden, folgend Gewerkschaften, Kirchen etc. nach Kriterien des Anteils an der Gesamtbevölkerung ist ebenso sinnvoll wie die Gefängnisse nicht mehr nach den Verurteilungen als Straftäter, sondern nach den Anteilen der verschiedenen Gruppen an der Gesamtgesellschaft zu belegen.

Das die Sichtweise des Tagesspiegel kein Einzelfall ist beweist die Tagesschau in einem Bericht zur Migration vom 18.07.2018 unter der Überschrift: „Integration heißt: Man wird Teil des Landes“

Kronzeugin hier mit der gleichen widerlegbaren Sicht auf die Dinge die uns schon bekannte Ferda Ataman, Sprecherin der Initiative „Neue Deutsche Organisationen“.  (3)

Fakt ist, dass es rund  22,5 Prozent Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund gibt. Und wir finden fast nirgends an den relevanten Stellen – also weder in der Verwaltung, noch in der Wirtschaft, noch in Politik und Medien oder bei zivilgesellschaftlichen Verbänden – diese 22,5 Prozent wieder.

Was allein durch die Aussage des BAMF verständlich ist, denn wenn der Anteil der Migranten am Arbeitsleben geringer ist als der der übrigen Bevölkerung, dann wird er es statistisch natürlich auch immer bleiben.

 

 

Quellen:

(1) https://www.tagesspiegel.de/politik/vielfalt-und-teilhabe-wo-deutschland-noch-zu-weiss-ist/22903914.html

(2) https://www.bamf.de/SharedDocs/Dossiers/DE/migranten-am-arbeitsmarkt.html?docId=1872514&notFirst=true

(3) https://www.tagesschau.de/inland/gespraech-ferda-ataman-101.html