Nahtlos – aber nicht selbstos

Posted by in 3G-Gipfel.de, Bildung und Demokratie, ZbB-ev informiert

Ahlhorn /Großenkneten Das nennt man einen nahtlosen Übergang. Ein Förderprogramm läuft aus, das nächste schließt sich direkt an. Das ist der Gemeinde Großenkneten jetzt im Bereich der Integrationsarbeit gelungen. (1)

„Gelungen“ …. Nun kann man es eigentlich schon nicht mehr hören oder will es lesen.  Der Griff in die Fördertöpfe. Nahtlos. Aber nicht selbstlos.  Arbeitsbeschaffungsmaßnahme – nur teurer.

Ab 1. September wird das Netzwerk „Vielfalt und ihre Perspektiven für die Region“ in der Gemeinde Großenkneten mit fast 76 000 Euro durch das Land Niedersachsen gefördert.  Die anderen 50% trägt die Gemeinde. Nach Auslaufen eines Projektes mit dem Schwerpunkt „persönlicher Hilfeleistung für irakisch-kurdische Geflüchtete“ läuft seit dem 1. September 2015 das Projekt „Leben im Viertel“. Dieses wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt und ist bis zum 31.08.2018 befristet.  So weit – so gewohnt.  

Das Beispiel Ahlhorn/Großkneten zeigt, welche Kosten die Gemeinden tragen müssen, wenn die Integrationsgesetze der Länder gesetzliche Verpflichtungen beinhalten.

Auf der Seite der Gemeinde kommt man dann auch zur Sache – zumindest wird der Hintergrund benannt ohne das Problem zu benennen.

Die Gemeinde Großenkneten, insbesondere der Ortsteil Ahlhorn, verzeichnet aus vielzähligen Gründen seit dem Jahr 2011 einen starken Zulauf von Migrantinnen und Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern. (2)

Das nicht benannte und nicht eingestandene Problem der Gemeinde wird in einer Randnotiz der NWZ-Online benannt:

Abwanderung von deutschen Bürgern

Das Image Ahlhorns hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Zu diesem Schluss kommt das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Es benennt dafür Faktoren wie Zustand und Überbelegung von Wohnungen, Müllablagerungen, Lautstärke, Gewalt, sprachliche und gesundheitliche Defizite.

Wie das? Haben wir doch gerade gelernt, das bereits seit 2015 (davor nicht recherchiert)  Fördertöpfe „angezapft“ worden.  Erfolglos, wie es scheint, denn die einheimische Bevölkerung verlässt das Gebiet.

Warum wohl?  Die Antwort finden wir auf den Seiten des ISEK.  Sanierungsmaßnahmen sind notwendig,

Städtebauliche Missstände liegen vor,
1. wenn das Gebiet „den allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn-und Arbeitsverhältnisse …“ nicht entspricht
  (3)

Ziel der Untersuchung des ISEK ist

Benennung von „städtebaulichen Missständen“, von „funktionalen Defiziten“, von „sozialen Problemlagen“ und von „Entwicklungspotenzialen (3)

Erinnern wir uns – Kanzlerin Merkel benannte das Land der länger hier Lebenden als ein Land, in dem wir „gut und gerne“ leben.  Auf die Gemeinde Ahlhorn/Grosskneten scheint das wohl nur bedingt zuzutreffen.

Wäre die Lage nicht so ernst, würden wir es mit einem Lächeln ertragen, aber es ist wohl kein Witz, wie man den massiven Problemen und der Abwanderung und Verwahrlosung begegnen will:

Büchereiaktionen

Veranstaltungsreihen,

Vereins- und Ehrenamtssprechstunden

 internationales, mehrgeneratives Kochen (1)

 

Dabei wünschen wir viel Erfolg und guten Appetit.

Quellen:

(1) https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/politik/ahlhorn-grossenkneten-integration-naechsten-foerdertopf-angezapft_a_50,2,847255500.html

(2) https://www.grossenkneten.de/portal/seiten/integrationsarbeit-900000057-22300.html

(3) https://www.grossenkneten.de/downloads/datei/OTAwMDAwNzUwOy07L3Vzci9sb2NhbC9odHRwZC92aHRkb2NzL2dyb3NzZW5rbi9ncm9zc2Vua25ldGVuL21lZGllbi9kb2t1bWVudGUvcHJhZXNlbnRhdGlvbl9idWVyZ2VyaW5mb3JtYXRpb25fMDUwNDIwMTcucGRm/praesentation_buergerinformation_05042017.pdf