Die „Erfolge“ der sprachlichen Integration

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Wir lassen es uns etwas kosten…

Das ist die Zusammenfassung unseres Beitrages über die sprachliche Förderung derer, die erst kurz hier wohnen.  Millionenbeträge, weil doch Sprache das wichtigste ist bei der Integration.

Den „Input“ kennen wir also. Die Profiteure des freistaatlichen Geldregens auch.

Doch was ist mit dem „Output“?  Was mit denen, die eigentlich profitieren sollen von Lehrgängen als Zugangsvoraussetzung in diese, unsere Gesellschaft?

Vielleicht hilft uns da die kleine Anfrage von Petra Zais, Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Sächsischen Landtag weiter. Unter Drs.Nr. 6/12194  Frage 4 ist zu lesen:

Wie viele Menschen nehmen aktuell an den unter 2. genannten Sprachkursen teil? (Bitte aufschlüsseln differenziert nach Fördergegenständen gemäß B. Teil 3 II. 1. bis 5. und nach Sprachkursträgern)

Die Antwort der Staatsregierung verblüfft. Oder auch nicht.

Eine laufende Erfassung der Teilnehmerzahl erfolgt nicht. Die Kursträger beantragen Fördermittel auf Grundlage der Nachfragen potentieller Teilnehmer.
Die in der als Anlage 3 beigefügten Tabelle dargelegte Anzahl der verfügbaren Plätze stellt somit zugleich auch die Teilnehmerzahl dar. Allerdings können sich davon im Laufe der Kurs-
laufzeit Abweichungen ergeben. Diese Frage dezidiert zu beantworten. ist nur durch
eine telefonische Befragung bei allen Trägern mit aktuell in Durchführung befindlichen
Maßnahmen möglich. Den Aufwand mit Anruf und Dokumentation schätzt die SAB auf
20 Minuten je Vorhaben. Bei aktuell in Durchführung befindlichen ca. 90 Maßnahmen
sind dies 30 Stunden.

Doch es kommt noch besser:  In Frage 5 stellt Zais die Frage nach dem Erfolg der geförderten Maßnahmen.

Wie viele Menschen haben die unter 2. genannten Sprachkurse erfolgreich
abgeschlossen?

Antwort der Staatsministerin Köpping:

Von einer weiteren Beantwortung seitens der Staatsregierung wird abgesehen. Die
Daten zur Beantwortung der Frage 5 sind technisch nicht verfügbar. Dies liegt zum einen
darin begründet, dass die Daten Bestandteil der Verwendungsnachweis-Formulare
der Träger sind, jedoch nicht im Bearbeitungssystem der SAB erfasst werden. Die Er-
hebung der Daten ist demnach nur mit einem außerordentlich hohen manuellen Auf-
wand aus den vorliegenden Verwendungsnachweisen möglich. Zum anderen sind die
abgefragten Daten nicht Bestandteil der Nachweisführung der Träger und könnten nur durch eine sehr aufwendige telefonische Befragung bei den Trägern eruiert werden.

Wir halten fest und lesen noch einmal ganz langsam – wir können es selbst kaum glauben.

Staatsministerin Köpping kann nicht sagen, wie viele Teilnehmer es an geförderten Sprachkursen gibt, da „eine laufende Erfassung der Teilnehmerzahl nicht erfolgt“.  

Und:

Die Beantragung von Fördermitteln durch die Träger erfolgt auf Grundlage der Nachfragen der potentiellen Teilnehmer.  

Noch nie war Geld generieren so einfach. Ob die Nachfragen nach derartigen Kursen immer nur von einer Person gestellt werden können oder von einer Person mit 14 Identitäten können wir dabei nicht sagen.

Das Daten zum Ergebnis der Lehrgänge nicht bei der SAB eingepflegt werden, können wir in gewisser Weise noch nachvollziehen.  Das aber diese Daten „nicht Bestandteil der Nachweisführung der Träger“ ist, das lässt selbst uns fast sprachlos zurück.

Der Freistaat finanziert Sprachlehrgänge in Millionenhöhe für eine nicht bekannte Anzahl an Teilnehmern und kann nicht beantworten, wieviele Teilnehmer einen solchen Kurs erfolgreich abgeschlossen haben. 

Noch nie war Mathematik so einfach.

 

Quellen:

https://s3.kleine-anfragen.de/ka-prod/sn/6/12194.pdf