Ein Projekt an der TU Dresden – Das Phantom-Institut

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Eine Studie …

Im ersten Moment klingt es langweilig. Könnte man unter „wenn sie nichts besseres zu tun haben“ ablegen…

„Ein Projekt an der TU Dresden erforscht die Rolle von Kunst und Kultur in Zeiten des Zwists“
(Bunt oder Pegida?)

Wenn man dann aber weiterliest, wird es doch interessant. Interessant, weil hier erneut das  „Zentrum für Integrationsstudien“ an der TU Dresden auftaucht, welches in Zusammenhang mit einem „Gutachten zu Bedarf, Voraussetzungen und Umsetzungsmöglich­keiten eines sächsischen Integrationsgesetzes“ im Februar diesen Jahres von sich reden gemacht hat.

Dieses Papier wurde „im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz, Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration“ erstellt.

Gegründet wurde das  „Forschungszentrum“ im April 2016 und wie man der Sächsischen Zeitung entnimmt verfolgen die „Gründer“ einen längerfristigen Plan.

„… Sachsen fördert das neue Zentrum für Integrationsstudien (ZfI) in diesem Jahr (Anm.: 2016) mit 125 000 Euro, die TU schießt bis Ende 2017 rund 300 000 Euro zu. Zudem sollen Drittmittel eingeworben werden.

Von 2022 an wird das ZfI im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften fortgeführt.

„Die Flüchtlingsforschung in Deutschland ist noch lückenhaft, deshalb brauchen wir dringend Erkenntnisse, wie Integration gelingen kann“,

erklärte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). …“ (1)

Soweit so gut und unsinnig. Würde man diesen Unsinn einfach schließen oder hätte es gar nicht erst eröffnet … es würde niemand vermissen. Aus dem einfachen Grund: Es ist komplett überflüssig und dient lediglich dazu, Steuergelder an systemkonform denkende Menschen zu bringen.

Die offizielle Eröffnung dann am 30. September 2016.
(https://tu-dresden.de/gsw/der-bereich/termine/eroeffnung-des-zentrums-fuer-integrationsstudien-zfi)

Angeschlossen ist dieses „Zentrum“ im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften, zu welchem wiederum die Fakultät Erziehungswissenschaften, die Juristische Fakultät, die Philosophische Fakultät und die Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften und die beiden „Zentren“: Zentrum für Integrationsstudien (ZfI) und Zentrum für sozialwissenschaftliche Methoden (ZSM) gehören. Alles TU Dresden. (2)

Vorstandsvorsitzende des ZfI ist Frau Prof. Dr. Heike Greschke. Eben jene, welche auch hier in der SZ die Aussagen tätigte.

„…Heike Greschke hat in Koblenz Sozialpädagogik studiert (Dipl.-Soz.päd. 1995) … Ihre anschließende Promotion im Graduiertenkolleg „Weltgesellschaft – die Herstellung und Repräsentation von Globalität“ Sie beschäftigt sich mit der Rolle von Kommunikationstechnologien in Migrationsprozessen….“

Über die „Forschungsgruppe Migration und Menschenrechte“ an der Universität Gießen kann man dann lesen:

„… Der Grundgedanke besteht darin, diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an der JLU oder ihrem Umfeld zu Fragen von Migration und/oder Menschenrechten forschen und lehren, miteinander zu vernetzen und gemeinsame Projekte und Strukturen interdisziplinärer Kooperation zu entwickeln….“

 

Und weil immer wieder Gelder bezogen werden müssen, denkt man sich diese „Forschungsprojekte“ aus. Würden alle Menschen diesem Tun anheim fallen, würde die komplette Wirtschaft, das Zusammenleben in sich zusammen fallen.

Hier nun das vielsagende „Projekt“:

„Kunst und Kultur in der polarisierten Stadt. Dresdner Kultureinrichtungen als Vermittelnde zwischen Diversität und Ethnopluralismus“

Wie geschrieben, „ein neues Forschungsprojekt an der TU Dresden, angesiedelt am Zentrum für Integrationsstudien.“ !

Da diese „Forscher“ natürlich auch etwas essen und trinken, eine Wohnung und ein bisschen Spaß haben müssen … „… wird das Projekt mit mehr als 100 000 Euro vom Sächsischen Wissenschafts- und Kunstministerium (gefördert) … „Kultureinrichtungen sind auf Weltoffenheit und Toleranz angewiesen“, erklärte Ministerin Eva-Maria Stange (SPD)….“

Und Frau Stange ist davon ganz toll begeistert. Klar doch. SPD im Bund mit Grünen und Linken wollen doch auch das ZfI-Gutachten zu einen sächsischen Integrationsgesetz so schnell als möglich umsetzen.

In diesem neuen „Projekt“ sollen die „Forscher“ sich fragen, „Welches Selbstverständnis haben Kunst- und Kultureinrichtungen und welche Rolle nehmen sie im Dialog ein“… ist das jetzt Satire?

Da nehme wir gern  die 100.000 Euro an und beantworten hier  die Frage, auch ohne Forschung:

Die Einrichtungen hören brav auf das was Staatsdoktrin ist, sonst bekommen sie die Gelder gestrichen und die aufmüpfigen Geschäftsführer müssen gehen. Also passen sie sich der staatlichen Linie an und führen Propagandaveranstaltungen in derem Sinn durch. Punkt.
Wozu forschen? Ach ja. Vergessen. Die „Forscher“ brauchen Geld. Aber das ginge doch sicher auch einfacher…

„Greschke betonte, dass ihre Herangehensweise wissenschaftlich sei. Eine politische Herangehensweise war in der Debatte um ein Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt kritisiert worden…“

Wissenschaftlich? Was ist jetzt der Unterschied zu einem politischen Herangehen, wenn das Ergebnis sowieso schon fix ist und es nur darum geht, Steuergelder unter ihresgleichen auszuschütten?

In dem Zusammenhang aber interessanter – wobei die Schnellgründung in 2016 schon einen klaren Auftrag hatte – ist das erwähnte „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“.

„Das Institut, für das die Bundesregierung 37 Millionen Euro Fördermittel vorsieht, soll nun zum Forschungsverbund umstrukturiert werden. Es soll eine projektleitende Institution mit mehreren Partnern geben. Fünf sächsische Einrichtungen haben sich beworben. 2020 soll die vierjährige Hauptphase beginnen. Bis Mai 2019 werden die Ergebnisse des KupoS-Projektes vorliegen.“

Der sächsische Ministerpräsident Kretschmer (CDU) konnte Ende 2016 diese Gelder dem Bundestagshaushaltsausschuss „entlocken“ ,wie der MDR schreibt.

„Im November letzten Jahres gelang es dem sächsischen Unionspolitiker, dem Haushaltsausschuss des Bundestages stolze 37 Millionen Euro für das Projekt zu entlocken.“ (4)

Selbst der MDR – nicht gerade bekannt für seine staatskritische Berichterstattung –  bezeichnet dies als „Phantom-Institut“, für das es noch nicht mal ein Konzept, aber bereits eine Menge Geld gibt.

Die SPD schien nicht allein ob dieser Tatsache und das sie einen „rechten ThinkTank“ vermuteten verwirrt, sondern wohl ob der zu verteilenden 37 Millionen Euro.
Auch Frau Stange (SPD), ihres Zeichens Wissenschaftsministerin in Sachsen, will die Einrichtung allzu gern komplett in den Freistaat holen. (4)

Eine Bekanntmachung des Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 23. Oktober 2017 hierzu.

„Richtlinie zum Aufbau eines „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“; Bundesanzeiger vom 08.11.2017“

„…Der Deutsche Bundestag hat Mittel zur Gründung eines „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ bereitgestellt. Anlass sind aktuelle Entwicklungen, die darauf schließen lassen, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die das bestehende politische System nicht mehr unterstützen, die sich an den Rand gedrängt fühlen, bzw. zur parlamentarischen Demokratie und ihren Repräsentanten auf Distanz gehen. Die hierfür ursächlich anzunehmenden Zweifel an den Grundlagen von Staat und Gesellschaft erfordern eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Wahrnehmungen gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Die Umsetzung des Haushaltsbeschlusses erfolgt im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Rahmenprogramm für die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, Schwerpunkt „Kulturelle Vielfalt und Zivilgesellschaft – Potenziale für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe“…“

„… Durch Mobilität – räumlich, im Lebenslauf und im Generationenwechsel – und innergesellschaftliche Diversität werden Zugehörigkeiten zu einer Region („Heimat“), einer sozialen Schicht oder einer Herkunft (Milieu) relativiert. In einer „Gesellschaft in Bewegung“ scheinen dauerhafte Bindungen schwerer möglich. In bestimmten Bevölkerungsgruppen verfestigt sich dagegen Immobilität (bildungsmäßig, beruflich, sozial)….“ (5)

„… Geltungsdauer
Diese Förderrichtlinie tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und ist bis zum Ablauf des 31. Dezember 2024 gültig….“ (5)

Auch die DNN berichtet, wie angetan Frau Stange nunmehr ist:

„… das vom Bund geplante Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt als Forschungsverbund verschiedener Einrichtungen… Ich wünsche mir, dass wir das zentrale Leitinstitut bekommen“

sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Mittwoch in Dresden.
Der Ministerin zufolge wird das Institut samt Partnern im ersten Quartal 2020 gegründet.

„Es gibt gute Chancen, zumindest für einen Teil der Einrichtungen aus Sachsen.“

Das Institut soll aktuelle gesellschaftliche Trends und Phänomene sowie ihre Wurzeln ergründen, die für gesellschaftlichen Zusammenhalt relevant sind. Der Bund hat 37 Millionen Euro dafür bereitgestellt….“ (6)

Und die Freie Presse lässt uns wissen:

„… Laut Stange haben sich fünf Hochschulen aus dem Freistaat auf die Ausschreibung beworben, darunter die TU Dresden und Chemnitz sowie die Universität Leipzig. …Ein internationales Gutachter-Gremium sucht laut Stange im August zunächst die zehn Partner des künftigen Instituts aus… Der Ministerin zufolge wird das Institut samt Partnern im ersten Quartal 2020 gegründet. «Es gibt gute Chancen, zumindest für einen Teil der Einrichtungen aus Sachsen….“ (7)

Wann werden wir – oder der „Widerstand“ – hier endlich wach? Wenn wir zulassen, das sich diese, nur mit sich selbst beschäftigenden Menschen weiterhin unsere Steuergelder in Millionenhöhe zum Fenster rausschmeißen, werden wir absolut nichts ändern.

Entweder wir zerschlagen diese Strukturen, zeigen den tatsächlich werktätigen, arbeitenden Menschen auf, wie sie selbst eingreifen und diese System demontieren können oder wir werden in einer totalitären Diktatur enden, die jetzt schon immer brutal-groteskere Züge annimmt.

Unfrei ist man nicht nur, wenn man im Gefängnis sitzt, oder Angst hat auf der Straße erschlagen oder erschossen zu werden. Unfreiheit beginnt, wenn man seine Gedanken und Gefühle, seine Meinung schon im Kopf selbst zu zensieren beginnt.

 

Quellen:

(1) https://www.sz-online.de/nachrichten/tu-dresden-erforscht-integration–3343423.html

(2) https://tu-dresden.de/gsw/der-bereich/profil

(3) http://www.migrationundmenschenrechte.de/mitglieder/jun-prof-dr-heike-greschke/

(4) https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/millionen-fuer-ein-phantom-institut-100.html

(5) https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1454.html

(6) http://www.dnn.de/Region/Mitteldeutschland/Hoffnung-auf-Institut-fuer-Zusammenhalt

(7) https://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Land-hofft-auf-Institut-fuer-gesellschaftlichen-Zusammenhalt-artikel10239487.php